Rene Kaplick

Statement zur Debatte um Benennung und Würdigung des Kosmonauten Sigmund Jähn

Bei der Würdigung des Lebens eines Menschens muss stets die gesamte Biografie betrachtet werden und können wesentliche Bestandteile nicht ausgeblendet werden
Kristy Augustin
Angesichts der Debatte um Benennung und Würdigungen des Kosmonauten Sigmund Jähn erklärt die Vorsitzende des CDU Kreisverbandes MOL Kristy Augustin MdL:

„Der Mensch Sigmund Jähn ist in unserem Landkreis in Erinnerung geblieben. Als Ehrenbürger von Strausberg und Neuhardenberg schätzen ihn und sein Wirken in der Geschichte als erster Deutscher im Weltraum viele Menschen sehr. Wenn wir öffentlichkeitswirksame Benennungen, auch in Würdigung des Lebens eines Menschen vornehmen, ist aber die gesamte Biografie Teil dessen und kann nicht ausgeblendet werden. Ich finde die Kritik an dem Vorgehen in Halle unangebracht. Fakt ist, dass Sigmund Jähn mit seinem Wirken aktiv die Arbeit und das System der DDR gestützt und gefördert hat. Die DDR war ein Unrechtsstaat mit massenhaften Menschenrechtsverletzungen. Propagandaveranstaltungen hat Sigmund Jähn bis zum Ende der DDR aktiv unterstützt und als Generalmajor der NVA gewirkt. Seine Erfolge und Rolle als erster Deutscher im Weltraum wurden dabei bewusst, auch durch Sigmund Jähn selbst, eingesetzt. Dieser Teil seines Lebens kann bei allem Wohlwollen für den Menschen nicht ausgeblendet werden. Dies gilt bei so vielen Menschen deren Leben und Wirken wir würdigen. Den Vorschlag von Landrat Gernot Schmidt sehe ich da sehr bedenklich. Auch in unserem Landkreis hatten viele Menschen unter dem System DDR zu leiden. Bei allen Ehrungen und Benennung nach Personen der Geschichte, kann eine Lebensbiografie nicht nur einseitig betrachtet werden.“